Einsatzbericht
Gegen 19:50 Uhr wurde zunächst der Löschzug I der FF Wickede unter dem Alarmstichwort „Brand 3“ zu einer örtlichen KFZ-Werkstatt alarmiert. Schon auf der Anfahrt war eine starke Rauchentwicklung aus dem Gebäude zu erkennen, sodass bereits während des ersten Löschangriffs eine Alarmstufenerhöhung auf „Brand 4“ durchgeführt wurde. Dadurch wurde Vollarmarm für die FF Wickede ausgelöst. Diese war daraufhin mit 11 Einsatzfahrzeugen und knapp 100 Kameraden vor Ort.
Da die Atemschutztrupps im Inneren des Gebäudes mit starker Rauchentwicklung und extremer Hitze zu kämpfen hatten, wurden Abluftöffnungen, unter anderem über die Drehleiter, geschaffen. Parallel hierzu wurde mit 3 C-Rohren ein Außenangriff aufgebaut.
Auf Grund der hohen körperlichen Belastung der eingesetzten Trupps, entschied sich die Einsatzleitung gegen 20:30 Uhr einen weiteren Löschzug der FF Ense mit Atemschutzgeräteträgern, sowie einen SW 2000 zur überörtlichen Hilfeleistung anzufordern. Mit Hilfe des Sonderfahrzeuges SW 2000, welches 2 Kilometer Schlauchleitung mitführt, wurde eine weitere Wasserversorgung von der Ruhr bis zur Einsatzstelle aufgebaut.
Infolge der hohen Hitze und der großen Brandlast (mehrere Autos in der Halle sowie Werkstattequipment) musste die weitere Brandbekämpfung über Schaumrohre erfolgen. Da der Kreis Soest für Einsätze in dieser Größenordnung ein Wechselladerfahrzeug mit zusätzlichem Schaummittel vorhält, entschied man sich, dieses sowie einen Abrollbehälter Sonderlöschmittel der FF Soest zur Einsatzstelle zu ordern.
Zur Eigensicherung der Einsatzkräfte stand neben dem Regelrettungsdienst (2 RTWs und 1 NEF) die Schnelleinsatzgruppe (SEG) des DRK Ense in der Einsatzstelle in Bereitschaft.
Insgesamt waren somit neben den ca. 100 Wickeder Brandschützern weitere 80 Rettungskräfte und verschiedene Behörden (untere Wasserschutzbehörde, Ordnungsamt und Polizei) vor Ort.
Im Laufe des Einsatzes wurden 18 Atemschutztrupps, 300 Liter Schaummittel, 6 C-Rohre, 1 B-Rohr, das Wenderohr der Drehleiter, sowie mehrere Schaumrohre eingesetzt.
Außerdem wurde ein 3000 Liter Wasserbehälter zur Kühlung mehrere aus dem Gebäude geborgener Gasflaschen errichtet.
Gegen 22:00 Uhr war der Brand soweit unter Kontrolle, dass ein erster Teil der Einsatzkräfte wieder abrücken konnte. Das letzte Fahrzeug der FF Wickede fuhr gegen 02:30 Uhr vom Platz.
Zwar mussten die Einsatzkräfte keine Personen mehr aus dem Gebäude retten, jedoch erlitt einer der Kameraden kurz nach Eintreffen an der Einsatzstelle einen Herzinfarkt. Nachdem die eigenen Kameraden direkt mit der Reanimation begonnen haben, wurde der Patient vom Rettungsdienst übernommen und in eine Dortmunder Spezialklinik gebracht. Um die Angehörigen, aber auch die betroffenen Kameraden bestmöglich zu betreuen, wurde noch am Abend ein Notfallseelsorger zur Betreuung hinzugezogen.